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Für diese Weihnachtsüberraschung suche ich ein paar frühe Orte des Verbrechens auf, an denen ich zusammen mit meinem Projekttutorium und der frühen Besetzung des Ensemble Vox nostra zusammen mit Ellen Hünigen und Burkard Wehner die allerersten Konzerte gegeben habe. Unvergessliche Eindrücke!

Sowohl Königslutter (bei Wolfenbüttel), Hamersleben (Magdeburger Börde) wie auch Sankt Cyriakus in Gernrode sind romanische Langschiffbasiliken im französischen Baustil (aus hellem Sandstein, was ganz unüblich für die Region ist).

Kaiserdom in Königslutter (1135-1170)

Offizielle Homepage

Die Kirche in einer Winterlandschaft

Jagdfries an der Hauptapsis

Kloster Hamersleben (1109-1111)

Ostfassade

Hauptschiff

Sankt Cyriakus Stifte in Gernrode (959-967, Apsis 1130) und Frose (950-961, Kirche 1170)

Kreuzgang

Säulenkapitele und Deckenbemalung

Ostfassade

Stiftskirche Sankt Cyriakus in Frose

Innenansicht der Stiftskirche in Frose

Sankt Servatius Stift Quedlinburg (Burgstift 936, Basilika 997-1021)

Außenansicht

Draufsicht

Die Stiftskirche von Innen

Zeichnung der Grabplatte der Äbtissin Adelheid I. (999-1043, 1014-1043 Äbtissin von Gernrode und Frose),
dritte Tochter von Kaiser Otto II. und Theophanou, und Nachfolgerin ihrer Tante Mathilde

Quedlinburger Antiphonar

D-B Mus. ms. 40047

XI • Neumiertes Antiphonar des frühen 11. Jahrhunderts, wahrscheinlich in Quedlinburg entstanden. Dem eigentlichen Antiphonar (f. 7-144) vorgebunden ist ein Kalendar (f. 1-6), das zwischen 1025 und 1070 im Quedlinburger Servatiusstift geschrieben wurde. Die Quelle ist spätestens Anfang des 18. Jahrhunderts als Besitz der 1686 begründeten Stiftsbibliothek des Quedlinburger Servatiusstiftes nachzuweisen, wurde 1833 in die dortige Gymnasialbibliothek überführt und 1852 von der Königlichen Bibliothek zu Berlin erworben.

Quedlinger Graduale

D-B Mus. ms. 40078

XII (1180-1200) • Graduel avec Séquentiaire-Prosaire de Quedlinburg, chérubicon latin (traduction et orthographie dionysienne) avec une notation utilisant les formes sangalliennes (diastématique, mais sans lignes) ajouté à la fin par une autre main (f. 287v) et suivi par deux versets d'alleluia dédiés aux martyres (Ps 33:18; Sa 10:17a). La cathédrale de Quedlinburg était dédiée à St Servais et St Denis.

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Replies

  • Joyeux Noël à tous !

  • Um es zusammenzufassen, 10 bis 13 Sekunden Nachhall in besonderen Fällen (verursacht durch eine mehrfache Reflexion, die sich zwischen Ost- und Westfassade aufschaukelt) sind in einer romanischen Säulenbasilika, wie sie zwischen dem 10. und 12. Jahrhundert in der Sakralarchitektur Europas üblich war, durchaus die Regel.

    Musiker, die damit umgehen können (Dominique Vellard macht das übrigens auch sehr gut, obwohl er eine Bühne braucht, was aber am Nachhall rein gar nichts ändert), singen entsprechend langsam und warten den Nachhall ab in den Pausen. Mit der Lautstärke ist mehr möglich, als Luc Coadou zugeben möchte, aber er hat insofern recht, dass Musiker abrupte Gesten vermeiden sollten. Er hat als Sänger eine sehr gute Technik, den Schlusston zu artikulieren (übrigens auch bei orthodoxen Sängern weit verbreitet). Sofern dieser Schlusston nicht zu laut artikuliert wird, kann man damit den Nachhall zu reduzieren, wenn der Sänger dagegen in der Lautstärke nachdrückt, verursacht diese feine Artikulation eine unschöne Verzerrung. Aber generell muss schon sehr genau artikuliert werden, nur wenn der Hall bewusst eingesetzt werden soll (vor den Pausen), ist es besser, die Stimme, ohne den Ausklang zu modulieren, gerade abzuschneiden.

    Was bei du Thoronet das besondere ist, sind die Verstärkung der Obertöne in fast allen Frequenzbereichen (das passiert auch bei Sängern, die gar nicht bewusst mit Obertönen umgehen). Insofern ist es gar nicht so falsch, wenn einige Sänger sagen, diese Akustik sei wie "ein zusätzlicher Sänger".

    Ein Beispiel wäre ein Organum über das Responsorium "Cornelius centurio", das ich als Tenor mit Jaspar singe:

    http://ensembleison.de/publications/organum/klang/cornelius-vers2.mp3

    Zuerst singt Jaspar mit sich selbst ein Parallelorganum, dann beim Vokalwechsel zur helleren Farbe des a macht diese zusätzliche Stimme einen Intervallsprung.

    http://ensembleison.de/publications/organum/klang/cornelius-vers2.mp3
  • Was mich an Königslutter stört, ist nicht so sehr die Akustik, sondern diese Innenbemalung im klassizistischen Pseudo-Mittelalter Stil (die sichtbare Inspiration aus den Moscheen Istanbuls ist noch das Beste daran). Aber ich bin sicher, Hamersleben hat genauso einen langen Nachhall wie du Thoronet, sobald man die Apsis von diesem hässlichen Möbel befreit, das sie verstellt.

  • Noch zwei andere Aufnahmen:

  • Das könnte einer der Architekturhistoriker der Technischen Universität gewesen sein, dessen Präsentation zu “ottonischer, salischer und staufischer Architektur” ich in der Diskussion der Oktoichoskapitele von Cluny zitiert habe. Aber ich habe gar nicht in Erinnerung, dass Hamersleben einen so endlosen Nachhall hatte, aber du erinnerst das sicher besser wegen der Aufnahmen (die mich damals nicht sehr interessierten genau wie das Gewarte, bis der Regen aufhört, abgesehen davon, dass du extrem gut vorbereitet warst und ich dir gern zugehört habe).

    Bis jetzt hat mich vor allem die Akustik einer Säulenbasilika aus der gleichen Zeit beeindruckt, die der Kirche der Zisterzienserabtei du Thoronet in Südfrankreich. Ihre Wände sind und waren völlig unverputzt, aber sie waren nicht so glatt wie in Hamersleben, denn die Steine dort sind aus Granit gehauen und es gibt eine ganze Menge Schallöcher (du findest hier ein paar Aufnahmen, die die Akustik demonstrieren).

    Aber wenn Hamersleben eine zu ungedämmte Akustik habe, was soll man dann über die Restaurierung von du Thoronet sagen? Nach meinen bescheidenen Kenntnisse ist die Länge des Nachhalls ausschließlich über die Länge des Resonanzraumes definiert (und die südfranzösische Abteikirche war als solcher konzipiert worden, was denn sonst?). Auch interessant wie verschiedene Musiker damit umgehen:

    • Am besten kennt Damien Poisblaud die Akustik, weil er ganz in der Nähe der Abtei mit seiner Familie gewohnt hat, wenn wir die Messe sangen, waren wir in der Vierung positioniert und sangen direkt in das Hauptschiff, so dass es eine Reflexion an der Westwand gab:
      https://www.youtube.com/watch?v=QAV5LVbkX2c
    • Dominique Vellard sang sogar Machauts Messe de Notre-Dame und liess eine hässliche Tribüne aufstellen, die etwas mehr Wohnzimmer aus der Abteikirche machte:
      https://www.youtube.com/watch?v=11A4wqv8_wo

    Ich kann mir kaum vorstellen, dass man durch das Auftragen von Putz direkt Einfluss auf die Länge des Nachhalls nehmen kann. Das ist doch bestenfalls eine Aufrauhung der Reflexionsfläche.

    La réconstruction des chapiteaux de l'oktôéchos
    Table des matières Les
  • Sicher eine interessante These, aber das Argument, dass innen verputzt wird, um eine Wohnzimmerakustik zu schaffen, erinnert mich an die übrigen Klagen, dass romanische Kirchen so eine schlechte Akustik hätten.

    Klar, Bruckner klingt Scheisse bei dem Nachhall! Aber dafür wurden sie nicht gebaut...

    Ellen Hünigen said:

    Ich hörte mal einen interessanten Vortrag eines Akustikers und Architekturhistorikers, der sich intensiv mit Fragen von Bau und Akustik auseinandergesetzt hatte. Der sagte, wenn ich mich recht erinnere, Königslutter betreffend, daß man später dort bei der Restaurierung durch Aufbringung von anderem Putz etc. (einige Details habe ich schon vergessen) den Bau "zer"-restauriert hatte, also etwas anderes herauskam als ursprünglich, gerade den Nachhall betreffend. Insgesamt mag es in mittelalterlichen Kirchen sicher geschwankt haben mit der Nachhallzeit, aber so lang war er vermutlich nicht. Ließ mich jedenfalls damals von dem besagten Mann belehren.

    Weihnachtsüberraschung für 2017: Graduale & Antiphonar aus Quedlinburg und ein paar Harzer Perlen d…
    Index Königslutter Hamersleben Gernrode und Frose Servatius-Stift Quedlinburg Quedlinburger Antiphonar Quedlinburger Sequentiar-Graduale Für diese…
  • Ach ja, die Spottmotette im Brunnen...! Ja, Heidschnucken hießen die Tiere. Allerliebst.

    Oliver Gerlach said:

    Yes, it was this local race called "Heidschnucke" (related to the National Park Lüneburger Heide).

    Warum sind 13 Sekunden Nachhall unhistorisch? Meinst du, die haben später noch angebaut?

    Ich erinnere mich vor allem an den Kreuzgang von Gernrode, wo wir zu dritt in dieses Brunnenbecken gekrochen sind, um eine Spottmotette zu singen!

    Ellen Hünigen said:

    And do you remember the sheep he had?

    Weihnachtsüberraschung für 2017: Graduale & Antiphonar aus Quedlinburg und ein paar Harzer Perlen d…
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  • Ich hörte mal einen interessanten Vortrag eines Akustikers und Architekturhistorikers, der sich intensiv mit Fragen von Bau und Akustik auseinandergesetzt hatte. Der sagte, wenn ich mich recht erinnere, Königslutter betreffend, daß man später dort bei der Restaurierung durch Aufbringung von anderem Putz etc. (einige Details habe ich schon vergessen) den Bau "zer"-restauriert hatte, also etwas anderes herauskam als ursprünglich, gerade den Nachhall betreffend. Insgesamt mag es in mittelalterlichen Kirchen sicher geschwankt haben mit der Nachhallzeit, aber so lang war er vermutlich nicht. Ließ mich jedenfalls damals von dem besagten Mann belehren.

  • Yes, it was this local race called "Heidschnucke" (related to the National Park Lüneburger Heide).

    Warum sind 13 Sekunden Nachhall unhistorisch? Meinst du, die haben später noch angebaut?

    Ich erinnere mich vor allem an den Kreuzgang von Gernrode, wo wir zu dritt in dieses Brunnenbecken gekrochen sind, um eine Spottmotette zu singen!

    Ellen Hünigen said:

    And do you remember the sheep he had?

    Weihnachtsüberraschung für 2017: Graduale & Antiphonar aus Quedlinburg und ein paar Harzer Perlen d…
    Index Königslutter Hamersleben Gernrode und Frose Servatius-Stift Quedlinburg Quedlinburger Antiphonar Quedlinburger Sequentiar-Graduale Für diese…
  • D-B Mus. ms. 40078 - one of the most beautiful graduals of the 12th century. I love the shape of these neumes and I loved to sing from this manuscript.

    Is it that manuscript tha can be downloaded? Most of the folios have coloured staffs (green and red), good for the singer and they look nice.

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