Musicologie Médiévale

Resources for medieval musicology and liturgy

Weihnachtsüberraschung für 2017: Graduale & Antiphonar aus Quedlinburg und ein paar Harzer Perlen der Kirchenarchitektur

Index

Für diese Weihnachtsüberraschung suche ich ein paar frühe Orte des Verbrechens auf, an denen ich zusammen mit meinem Projekttutorium und der frühen Besetzung des Ensemble Vox nostra zusammen mit Ellen Hünigen und Burkard Wehner die allerersten Konzerte gegeben habe. Unvergessliche Eindrücke!

Sowohl Königslutter (bei Wolfenbüttel), Hamersleben (Magdeburger Börde) wie auch Sankt Cyriakus in Gernrode sind romanische Langschiffbasiliken im französischen Baustil (aus hellem Sandstein, was ganz unüblich für die Region ist).

Kaiserdom in Königslutter (1135-1170)

Offizielle Homepage

Die Kirche in einer Winterlandschaft

Jagdfries an der Hauptapsis

Kloster Hamersleben (1109-1111)

Ostfassade

Hauptschiff

Sankt Cyriakus Stifte in Gernrode (959-967, Apsis 1130) und Frose (950-961, Kirche 1170)

Kreuzgang

Säulenkapitele und Deckenbemalung

Ostfassade

Stiftskirche Sankt Cyriakus in Frose

Innenansicht der Stiftskirche in Frose

Sankt Servatius Stift Quedlinburg (Burgstift 936, Basilika 997-1021)

Außenansicht

Draufsicht

Die Stiftskirche von Innen

Zeichnung der Grabplatte der Äbtissin Adelheid I. (999-1043, 1014-1043 Äbtissin von Gernrode und Frose),
dritte Tochter von Kaiser Otto II. und Theophanou, und Nachfolgerin ihrer Tante Mathilde

Quedlinburger Antiphonar

D-B Mus. ms. 40047

XI • Neumiertes Antiphonar des frühen 11. Jahrhunderts, wahrscheinlich in Quedlinburg entstanden. Dem eigentlichen Antiphonar (f. 7-144) vorgebunden ist ein Kalendar (f. 1-6), das zwischen 1025 und 1070 im Quedlinburger Servatiusstift geschrieben wurde. Die Quelle ist spätestens Anfang des 18. Jahrhunderts als Besitz der 1686 begründeten Stiftsbibliothek des Quedlinburger Servatiusstiftes nachzuweisen, wurde 1833 in die dortige Gymnasialbibliothek überführt und 1852 von der Königlichen Bibliothek zu Berlin erworben.

Quedlinger Graduale

D-B Mus. ms. 40078

XII (1180-1200) • Graduel avec Séquentiaire-Prosaire de Quedlinburg, chérubicon latin (traduction et orthographie dionysienne) avec une notation utilisant les formes sangalliennes (diastématique, mais sans lignes) ajouté à la fin par une autre main (f. 287v) et suivi par deux versets d'alleluia dédiés aux martyres (Ps 33:18; Sa 10:17a). La cathédrale de Quedlinburg était dédiée à St Servais et St Denis.

Tags: Handschriften, Harz, Quedlinburg

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Replies to This Discussion

Sehr schön und ein wunderbarer Fund. Vielen Dank.

Truly unforgetable! The rain poured down on the roof of the magnificent church in Hamersleben during our recording sessions and made audible sounds! Wonderful experiences in wonderful churches with wonderful people! Thanks for posting!   :--)

Gern geschehen, wer die Aktualisierungen der Quellenliste zu Missa graeca aufmerksam mitverfolgt, kennt ihn schon seit einigen Monaten.

Wir haben die neue Funktion zum Herunterladen der gesamten Handschrift bei der Stabi bereits ausgetestet, und empfehlen das zip-Archiv. Diese Funktion ist sehr schnell und funktioniert tadellos!

It is my pleasure!

We have to explain that Hamersleben was saved by a local peasant during the period of GDR. He studied catholic theology, so that there is still a local catholic community in this very small tiny village.

It was Ellen who organised this tournee and who had this very special contact to Hamersleben.

Burkard Wehner said:

Truly unforgetable! The rain poured down on the roof of the magnificent church in Hamersleben during our recording sessions and made audible sounds! Wonderful experiences in wonderful churches with wonderful people! Thanks for posting!   :--)

And the peacocks the pastor had there were audible sometimes. And do you remember the sheep he had? The recording at Hamersleben was just an amazing experience. Phantastic acoustic! Good time with all the wonderful people including you, Oliver and Burkard.

Thank you for posting, dear Oli. I´m happy to get these photographs.

Burkard Wehner said:

Truly unforgetable! The rain poured down on the roof of the magnificent church in Hamersleben during our recording sessions and made audible sounds! Wonderful experiences in wonderful churches with wonderful people! Thanks for posting!   :--)

Danke, Oliver, für diese schönen Fotos und die Erinnerungen, die sie wecken. All diese wundervollen Orte, an denen wir gesungen haben. Unvergesslich. Königslutter mit der unhistorischen, aber eindrucksvollen Nachhallzeit (ich glaube mich dunkel zu erinnern, daß es so was wie 13 Sekunden waren... und falls mich die Erinnerung trügt, dann jedenfalls so lang wie in keiner Kirche sonst, die ich je betreten habe). Gernrode, was für eine schöne Kirche (das war doch der Ort, wo wir als "Voxi nostri" angekündigt wurden...). Und Hamersleben, wundervoll, die Kirche habe ich besonders geliebt. Danke also! Welch schöne Weihnachtsüberraschung!

D-B Mus. ms. 40078 - one of the most beautiful graduals of the 12th century. I love the shape of these neumes and I loved to sing from this manuscript.

Is it that manuscript tha can be downloaded? Most of the folios have coloured staffs (green and red), good for the singer and they look nice.

Yes, it was this local race called "Heidschnucke" (related to the National Park Lüneburger Heide).

Warum sind 13 Sekunden Nachhall unhistorisch? Meinst du, die haben später noch angebaut?

Ich erinnere mich vor allem an den Kreuzgang von Gernrode, wo wir zu dritt in dieses Brunnenbecken gekrochen sind, um eine Spottmotette zu singen!

Ellen Hünigen said:

And do you remember the sheep he had?

Ich hörte mal einen interessanten Vortrag eines Akustikers und Architekturhistorikers, der sich intensiv mit Fragen von Bau und Akustik auseinandergesetzt hatte. Der sagte, wenn ich mich recht erinnere, Königslutter betreffend, daß man später dort bei der Restaurierung durch Aufbringung von anderem Putz etc. (einige Details habe ich schon vergessen) den Bau "zer"-restauriert hatte, also etwas anderes herauskam als ursprünglich, gerade den Nachhall betreffend. Insgesamt mag es in mittelalterlichen Kirchen sicher geschwankt haben mit der Nachhallzeit, aber so lang war er vermutlich nicht. Ließ mich jedenfalls damals von dem besagten Mann belehren.

Ach ja, die Spottmotette im Brunnen...! Ja, Heidschnucken hießen die Tiere. Allerliebst.

Oliver Gerlach said:

Yes, it was this local race called "Heidschnucke" (related to the National Park Lüneburger Heide).

Warum sind 13 Sekunden Nachhall unhistorisch? Meinst du, die haben später noch angebaut?

Ich erinnere mich vor allem an den Kreuzgang von Gernrode, wo wir zu dritt in dieses Brunnenbecken gekrochen sind, um eine Spottmotette zu singen!

Ellen Hünigen said:

And do you remember the sheep he had?

Sicher eine interessante These, aber das Argument, dass innen verputzt wird, um eine Wohnzimmerakustik zu schaffen, erinnert mich an die übrigen Klagen, dass romanische Kirchen so eine schlechte Akustik hätten.

Klar, Bruckner klingt Scheisse bei dem Nachhall! Aber dafür wurden sie nicht gebaut...

Ellen Hünigen said:

Ich hörte mal einen interessanten Vortrag eines Akustikers und Architekturhistorikers, der sich intensiv mit Fragen von Bau und Akustik auseinandergesetzt hatte. Der sagte, wenn ich mich recht erinnere, Königslutter betreffend, daß man später dort bei der Restaurierung durch Aufbringung von anderem Putz etc. (einige Details habe ich schon vergessen) den Bau "zer"-restauriert hatte, also etwas anderes herauskam als ursprünglich, gerade den Nachhall betreffend. Insgesamt mag es in mittelalterlichen Kirchen sicher geschwankt haben mit der Nachhallzeit, aber so lang war er vermutlich nicht. Ließ mich jedenfalls damals von dem besagten Mann belehren.

Das könnte einer der Architekturhistoriker der Technischen Universität gewesen sein, dessen Präsentation zu “ottonischer, salischer und staufischer Architektur” ich in der Diskussion der Oktoichoskapitele von Cluny zitiert habe. Aber ich habe gar nicht in Erinnerung, dass Hamersleben einen so endlosen Nachhall hatte, aber du erinnerst das sicher besser wegen der Aufnahmen (die mich damals nicht sehr interessierten genau wie das Gewarte, bis der Regen aufhört, abgesehen davon, dass du extrem gut vorbereitet warst und ich dir gern zugehört habe).

Bis jetzt hat mich vor allem die Akustik einer Säulenbasilika aus der gleichen Zeit beeindruckt, die der Kirche der Zisterzienserabtei du Thoronet in Südfrankreich. Ihre Wände sind und waren völlig unverputzt, aber sie waren nicht so glatt wie in Hamersleben, denn die Steine dort sind aus Granit gehauen und es gibt eine ganze Menge Schallöcher (du findest hier ein paar Aufnahmen, die die Akustik demonstrieren).

Aber wenn Hamersleben eine zu ungedämmte Akustik habe, was soll man dann über die Restaurierung von du Thoronet sagen? Nach meinen bescheidenen Kenntnisse ist die Länge des Nachhalls ausschließlich über die Länge des Resonanzraumes definiert (und die südfranzösische Abteikirche war als solcher konzipiert worden, was denn sonst?). Auch interessant wie verschiedene Musiker damit umgehen:

  • Am besten kennt Damien Poisblaud die Akustik, weil er ganz in der Nähe der Abtei mit seiner Familie gewohnt hat, wenn wir die Messe sangen, waren wir in der Vierung positioniert und sangen direkt in das Hauptschiff, so dass es eine Reflexion an der Westwand gab:
    https://www.youtube.com/watch?v=QAV5LVbkX2c
  • Dominique Vellard sang sogar Machauts Messe de Notre-Dame und liess eine hässliche Tribüne aufstellen, die etwas mehr Wohnzimmer aus der Abteikirche machte:
    https://www.youtube.com/watch?v=11A4wqv8_wo

Ich kann mir kaum vorstellen, dass man durch das Auftragen von Putz direkt Einfluss auf die Länge des Nachhalls nehmen kann. Das ist doch bestenfalls eine Aufrauhung der Reflexionsfläche.

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